Zukunftsweisendes Konzept für Würzburgs Seniorinnen und Senioren

Wie wollen wir in Würzburg im Alter leben? Mit dieser Frage beschäftigt sich das 3. Seniorenpolitische Gesamtkonzept der Stadt Würzburg, das nun zum zweiten Mal fortgeschrieben wurde. Alter ist schließlich nicht nur Last, Einschränkung und Unterstützungsbedarf. Alter ist auch Chance auf Freiheit, Selbstbestimmung, Genuss und Aktivität. Dafür gilt es, Unterstützungsbedarf zu erkennen, Unterstützung zu planen und zu mobilisieren, auch von Älteren für Ältere. Wichtig ist es auch, für dieses dritte Lebensalter Angebote zu gestalten, die eine umfassende Teilhabe, aber auch Teilhabe der älteren Generation ermöglichen.

Die Grundlage für diese Teilhabe liegt in der Infrastruktur, für die das Seniorenpolitische Gesamtkonzept den Fahrplan bildet. Zu Beginn des Jahres 2022 werden die Ziele und Maßnahmen des Konzeptes in einem seniorenpolitischen Forum inhaltlich diskutiert werden. Für diese Fortschreibung hat das Institut für soziale Planung, Beratung und Gestaltung GmbH BASIS Würzburger Bürgerinnen und Bürger im Alter von über 55 Jahren um ihre Einschätzungen gebeten. Ihre Meinung wurde in das Seniorenpolitische Gesamtkonzept aufgenommen, wie auch die Rückmeldung der Träger der ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen. Dabei geht es unter anderem um unterschiedliche Wohnformen im Alter, aber auch um Gesundheitsversorgung sowie Barrierefreiheit und Mobilität. Einen weiteren Schwerpunkt bilden auch die Versorgung und Unterstützung im Alltag sowie die sozialen Kontakte der Seniorinnen und Senioren.

„Für das ‚Heute‘ sind wir überwiegend gut aufgestellt“, zieht Oberbürgermeister Christian Schuchardt Resümee. „Für das Morgen“ – sind in einigen Bereichen wie beispielsweise in der Kurzzeitpflege, beim Personalstand in der Pflege, bei den Alltagsunterstützungsleistungen für Seniorinnen und Senioren, bei der häuslichen Vereinsamung und bei der Barrierefreiheit größere Problemanzeigen vorhanden. Die Corona-Pandemie hat als Brennglas diese Themen deutlich sichtbar gemacht.“

„Gerade im Rahmen der pflegerischen Versorgung, der Mobilität, der Alltagsversorgung und Teilhabe sowie beim Wohnen gilt es,“ so Dr. Hülya Düber, Sozialreferentin der Stadt Würzburg, „die Maßnahmenempfehlungen als wichtige Herausforderungen gemeinsam anzugehen.“ Das bürgerschaftliche Engagement und die organisierte Nachbarschaftshilfe bilden dabei bereits heute Schlüsselrollen.
Diese müssen weiter ausgebaut werden, da sie bedeutende Stellschrauben sind, um mitmenschliche Kontakte für Seniorinnen und Senioren zu erhalten und die Spirale des sozialen Rückzugs zu durchbrechen: „Denn Einsamkeit hat auch in unserer Stadt viele Gesichter und Erscheinungsformen“, so Dr. Düber. Doch „zuhause alt werden“ ist nach wie vor der überwiegende Wunsch der Befragten. Politisch zu fördern sei daher der Ausbau und die Entwicklung wohnortnaher Hilfestrukturen.Parallel können sorgende Netzwerkstrukturen aufgebaut und der Alltag der Seniorinnen und Senioren im Miteinander der Generationen in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung gestaltet werden. Auch die Wünsche zu neuen Wohnformen als möglicher Lösungsansatz sollten verstärkt ausprobiert werden.

Die tragenden Akteure in der Seniorenarbeit sind vor allem die verschiedenen Kirchen und Religionsgemeinschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Vereine sowie ehrenamtlichen Gruppen. Diese sind maßgebliche Mitgestalter und potenzielle Wegbegleiter im Kampf gegen Vereinsamung und soziale Isolation. „Mit neuen Möglichkeiten der Digitalisierung und mit ersten bereits erfolgreichen umgesetzten Quartierskonzepten haben wir soziale Werkzeuge in der Hand um ‚Türen zu öffnen‘ und dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen“, so Dr. Düber.

Der Soziologe Dr. Hanspeter Buba als Autor des Konzeptes beschreibt die Quartierskonzepte, die bereits erfolgreich in den Stadtteilen Lindleinsmühle, Heuchelhof und in Heidingsfeld umgesetzt werden. Diese sollten gewürdigt und gefördert werden.
Das neue Seniorenpolitische Gesamtkonzept ist auch auf der Homepage der Stadt Würzburg zu finden: Download

Bilder (von links): Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Sozialreferentin Dr. Hülya Düber, Dr. Renate Fielder, Vorsitzende der Seniorenvertretung Würzburg, Hendrik Lütke, Seniorenarbeit Stadt Würzburg, Thomas Stolzenberg, Leiter Fachbereich Integration, Inklusion und Senioren. (Foto: Georg Wagenbrenner)

Autor: Herbert Schmidt

Ein Kommentar

  1. Zwei Anmerkungen:
    Etwa 20% aller Senioren in Würzburg sind mehr oder weniger hilfsbedürftig. Das ist zu leisten, verlagert aber das politische Gewicht, die Aufmerksamkeit auf die falsche Seite. Nach m. A. gibt es für die Hilfsbedürftigen ein ausreichendes Angebot von vielen Seiten, aber auch die autonomen Senioren sollten politische Aufmerksamkeit genießen, um ein integratives Gleichgewicht zw. den Generationen und innerhalb der Senioren zu erreichen. Zum zweiten sei noch die Zellerau erwähnt, wo es ein Q-management gibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.