Benefiz-Orgel-Konzert aus dem Würzburger Dom im Advent 2021

Zugunsten des Hilfsfonds der Seniorenvertretung Stadt Würzburg.

Liebe Besucherinnen und Besucher des virtuellen Benefizkonzertes,

herzlich willkommen im Kiliansdom! Sie haben ihn über Ihren Browser betreten und sind nicht über die Alte Mainbrücke gekommen. Musik bereichert. Musik baut auf. Musik zeigt neue Perspektiven. Das ist wichtig, gerade in diesen Tagen der vierten Welle der Corona-Pandemie. Manch einem fällt die Decke auf den Kopf. Gereiztheit macht sich breit und ich frage mich immer wieder: Wie schaffen wir da die Wende von der Trostlosigkeit zu neuem Mut?

Für mich hat sich eine Übung bewährt: Ich erfahre immer wieder, dass sich Gedanken der Trostlosigkeit einzig und allein von Gedanken der Vorfreude oder der Dankbarkeit beiseite schieben lassen. Also, ich denke an etwas ganz Konkretes, was mein Herz mit Geborgenheit erfüllt und es zur Ruhe kommen lässt. Manchmal greife ich dabei zur Bibel und bete den Geborgenheitspsalm 131. Dort kommt zum Ausdruck, wie er sich anfühlt, wenn es einem gelungen ist, im kleinen Alltag etwas zu erkennen, was Freude macht und die Dankbarkeit nährt. Da kann der Psalmist oder die Psalmistin ausrufen:

„Ich ließ meine Seele ruhig werden und still.
wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.“ (Ps 131,2)

Vielleicht wäre das ja wirklich der Stoff für eine persönliche Übung im Advent: sich mindestens einmal am Tag hinzusetzen, wirklich ruhig und still zu werden und etwas an diesem konkreten Tag zu suchen,worüber ich mich gefreut habe oder worauf ich mich freue, so dass sich mein Herz mit Dankbarkeit füllt.

Ich bin sicher, dass wir fündig werden. Wenn wir bis Weihnachten in diese Schule gegangen sind, dann werden wir mit anderen Augen vor der Krippe stehen:
Wenn die Übung schiefgeht, werden wir nur einen schmutzigen Viehstall sehen und mit den Achseln zucken…
Wenn die Übung in uns aber etwas bewirkt, dann fangen wir an zu verstehen, dass die Krippe allein der Ort sein kann, an dem Gott unter uns Menschen geboren wird: In der Armut und Schlichtheit der Krippe gibt es überhaupt nichts mehr, was unser Auge ablenken kann und wir erkennen:

Gott zeigt so ganz anders sein Herz und bringt seine Geschenke mit,die wir im Lied besingen:

„Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir“ (GL 816).

Zu schön, um wahr zu sein? Nein! Es liegt an uns!

So wünsche ich von Herzen eine gesegnete Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und Gottes Segen im neuen Jahr 2022!

Ihr Domdekan
Jürgen Vorndran

… freundlich gefördert von der Sparkasse Mainfranken Würzburg

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